Unglaublich, was diese Grabung im Berliner Umland zu Tage gebracht hat! Schon vor mehreren Monaten sind Archäologen in der Prignitz auf ein 31 Meter mal zehn Meter großes Fundament gestoßen, dessen Geheimnis sie nun tatsächlich lüften konnten.
Wie Tobias Dünow, Staatssekretär im brandenburgischen Wissenschaftsministerium, gegenüber der Deutschen Presse Agentur (DPA) erklärte, handele es ich hierbei um einen „wirklich spektakulären“ Fund.
Was wurde in Brandenburg ausgegraben?
In der Nähe seines „Königsgrabes“ bei Seddin (im Landkreis Prignitz), nordwestlich von Berlin, haben Archäologen den Grundriss einer riesigen Halle aus der nordischen Bronzezeit entdeckt.
Die Wände des Baus sollen aus Holzbohlen und einem mit Lehm verputzten Flechtwerk bestanden haben. Das Dach war mit Reet oder Stroh gedeckt. Wahrscheinlich diente das Gebäude dem sagenumwobenen König Hinz als Versammlungshalle.
Halle fast 3.000 Jahre alt
Das Gebäude soll schätzungsweise sieben Meter hoch gewesen sein. Möglicher Weise, so die Archäologen, gab es noch weitere Geschosse zum Wohnen und zur Lagerung von Gegenständen. Aufgrund der enormen Größe des Baus könnte es durchaus ein Herrschersitz gewesen sein, so die Experten gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
An der nördlichen Längswand wurde ein Miniaturgefäß geborgen, das wohl für eine rituelle Opferung genutzt wurde. Da sich in unmittelbarer Nähe zum aktuellen Fund auch das sogenannte „Königsgrab“ von Seddin befindet, kommt der gesamten Gegend bei Groß Pankow nun ein neue Bedeutung zu.
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Das Areal des Königsgrabes gilt als bedeutendste Grabanlage des 9. Jahrhunderts vor Christus im nördlichen Mitteleuropa. 1899 wurde es bei Steinbruch-Arbeiten entdeckt.